Infant Giants: Webb Unveils the Growth of Supermassive Black Holes
Eine der derzeit spannendsten Entdeckungen des James-Webb-Weltraumteleskops fand am 10. Juni 2026 statt:
JWST liefert bislang stärkste Hinweise darauf, dass die rätselhaften „Little Red Dots“ frühe „Black Hole Stars“ bzw. extrem kompakte, von Gas umhüllte Schwarze Löcher sein könnten.
Wichtig vorweg: Der Ausdruck „Black Hole Star“ bedeutet nicht, dass ein Schwarzes Loch selbst ein Stern ist. Gemeint ist ein Schwarzes Loch, das von einer sehr dichten, heissen Gashülle umgeben ist. Diese Hülle kann nach aussen teilweise wie die Oberfläche eines ungewöhnlichen Sterns wirken. Das Modell ist derzeit sehr vielversprechend, aber noch nicht endgültig bewiesen. ([NASA Science][1])
Seit Beginn des wissenschaftlichen Betriebs des James Webb Space Telescope, JWST, ab 2022 tauchten in sehr tiefen Infrarotaufnahmen zahlreiche überraschende Objekte auf.
Sie erscheinen:
Daher entstand die zunächst rein beschreibende Bezeichnung:
Little Red Dots, LRDs = kleine rote Punkte.
Viele dieser Objekte befinden sich in sehr grosser Entfernung.
Wir sehen sie daher zu Zeiten, als das Universum erst wenige hundert Millionen bis einige Milliarden Jahre alt war.
Die Population wird besonders häufig bei hohen Rotverschiebungen beobachtet.
Einige LRDs existierten bereits ungefähr 600–700 Millionen Jahre nach dem Urknall. ([NASA Science][1])
NASA: GLIMPSE-17775 im Galaxienhaufenfeld Abell S1063
https://science.nasa.gov/missions/webb/nasa-webb-finds-strongest-evidence-yet-for-black-hole-stars/
Auf dieser Seite befinden sich sowohl die Aufnahme als auch hochauflösende Download-Versionen. ([NASA Science][1])
Zunächst sahen manche LRDs so aus, als könnten sie extrem:
im sehr jungen Universum sein.
Das stellte ein Problem dar.
Denn nach unseren bisherigen Modellen benötigt eine grosse Galaxie Zeit für:
Wenn einige LRDs tatsächlich fast ausschliesslich aus Sternen bestanden hätten, wären teilweise erstaunlich grosse Sternmassen schon sehr früh erforderlich gewesen.
Vereinfacht entstand daher die Frage:
Wie konnten solche massereichen Systeme so schnell entstehen?
In populärwissenschaftlichen Darstellungen wurde zeitweise sogar davon gesprochen, JWST habe möglicherweise die Kosmologie „gebrochen“.
Heute sieht die Situation wesentlich weniger dramatisch aus:
Man kann einen Little Red Dot vereinfacht als System mit drei Komponenten betrachten:
Das Zentrum könnte ungefähr folgendermassen aufgebaut sein:
Schwarzes Loch → Akkretionsgebiet → sehr dichte Gashülle → sichtbare beziehungsweise infrarote Strahlung
Das Schwarze Loch selbst sehen wir natürlich nicht.
Wir beobachten das Material um das Schwarze Loch herum. ([NASA Science][1])
Ein Black Hole Star, häufig als $BH^*$ geschrieben, ist ein vorgeschlagenes astrophysikalisches Modell.
Im Zentrum sitzt ein Schwarzes Loch.
Dieses Schwarze Loch nimmt grosse Mengen Gas auf.
Der Vorgang heisst: Akkretion.
Bei der Akkretion wird Gravitationsenergie in:
umgewandelt.
Um das Schwarze Loch befindet sich jedoch aussergewöhnlich viel dichtes Gas.
Die energiereiche Strahlung aus unmittelbarer Nähe des Schwarzen Loches kann deshalb nicht einfach ungehindert entweichen.
Sie wird im Gas:
Dadurch sieht der Beobachter nicht direkt einen normalen aktiven Galaxienkern.
Stattdessen sieht er gewissermassen eine glühende Gashülle um eine verborgene Energiequelle. ([NASA Science][1])
Der Begriff ist etwas irreführend.
Die Ähnlichkeit zu einem Stern liegt darin, dass:
Bei einem normalen Stern gilt:
Kernfusion → Energieerzeugung → Sterninneres → Photosphäre → Strahlung
Bei einem Black Hole Star wäre es eher:
Akkretion auf Schwarzes Loch → Energieerzeugung → dichte Gashülle → äussere Strahlungszone → Strahlung
Der entscheidende Unterschied lautet also:
Man könnte sich einen Black Hole Star bildlich wie eine sehr helle Lampe in einem dichten Nebel vorstellen.
Von aussen erkennt man deshalb zunächst hauptsächlich eine leuchtende Hülle.
Natürlich ist diese Analogie physikalisch stark vereinfacht !
Entscheidend ist die Akkretion.
Ein Teilchen mit Masse $m$, das in das Gravitationsfeld eines massereichen Objektes fällt, verliert potentielle Energie.
Sehr grob: $E_\mathrm{grav} \sim \dfrac{GMm}{r}$ mit:
In einer Akkretionsscheibe wird ein Teil dieser Energie in Wärme und Strahlung umgewandelt.
Hier müssen zwei völlig verschiedene Effekte unterschieden werden.
Durch die Expansion des Universums wird die Wellenlänge des Lichtes gestreckt:
$\lambda_\mathrm{beobachtet}=(1+z)\lambda_\mathrm{emittiert}$
Dabei ist $z$ die Rotverschiebung.
Ein Objekt mit beispielsweise: $z=5$ wird mit dem Faktor $1+z=6$ in der Wellenlänge verschoben.
Licht, das ursprünglich bei: $\lambda=0.5,\mu m$ ausgesendet wurde, erscheint dann ungefähr bei: $\lambda_\mathrm{obs}=3,\mu m$ also im Infraroten.
Zusätzlich verändert die dichte Materie um das Schwarze Loch das Spektrum.
Gas und möglicherweise Staub können:
Die rote Erscheinung eines LRD ist deshalb nicht einfach nur eine Folge der kosmologischen Rotverschiebung. ([arXiv][2])
JWST arbeitet vor allem im Infraroten.
Zu seinen entscheidenden Instrumenten gehören:
NIRCam
NIRSpec
Gerade weit entfernte Galaxien besitzen aufgrund ihrer grossen Rotverschiebung wichtige ursprünglich sichtbare Spektrallinien heute im Infrarotbereich.
Darum ist JWST ideal für diese Forschung geeignet. ([NASA Science][1])
Ein kleiner roter Punkt sagt zunächst nur wenig darüber aus, was sich tatsächlich darin befindet.
Entscheidend ist: Spektroskopie.
Dabei wird das Licht nach Wellenlängen zerlegt.
Man erhält ein Spektrum: $F(\lambda)$ also Strahlungsfluss als Funktion der Wellenlänge.
Darin erscheinen:
Aus diesen Strukturen lassen sich physikalische Eigenschaften ableiten.
Am 10. Juni 2026 berichtete NASA über das Objekt: GLIMPSE-17775
Es gilt derzeit als eines der stärksten Beispiele für das Black-Hole-Star-Modell. ([NASA Science][1])
Rotverschiebung: $z\approx3.5$
Wir sehen das Objekt etwa zu einer Zeit von: 1,8 Milliarden Jahren nach dem Urknall.
Es liegt hinter dem Galaxienhaufen: Abell S1063
Der Galaxienhaufen verstärkt das Licht durch: Gravitationslinsenwirkung.
JWST nahm ungefähr: 30 Stunden Spektroskopiedaten auf.
Durch die Gravitationslinsen-Verstärkung entsprach die erreichbare Empfindlichkeit ungefähr einer wesentlich längeren Beobachtung von etwa: 80 Stunden.
Im Spektrum wurden mehr als: 40 Spektrallinien identifiziert. ([NASA Science][1])
Schema: entferntes Objekt → Galaxienhaufen → Beobachter
Der Galaxienhaufen kann:
Dadurch kann JWST Objekte analysieren, die sonst erheblich schwieriger zu beobachten wären.
Besonders wichtig sind Linien von:
Ausserdem fanden die Astronomen ungewöhnlich viele Eisenlinien.
NASA bezeichnet diese Ansammlung anschaulich als: „iron forest“ – Eisenwald.
Allein etwa 16 Eisenlinien spielen dabei eine wichtige Rolle. ([NASA Science][1])
NASA-Grafik: Evidence of a 'Black Hole Star'
Sie zeigt mehrere der entscheidenden Spektrallinien.

https://science.nasa.gov/missions/webb/nasa-webb-finds-strongest-evidence-yet-for-black-hole-stars/
Auf der Seite zum Abschnitt „Evidence of a 'Black Hole Star'“ scrollen. ([NASA Science][1])
Spektrallinien besitzen nicht immer eine messerscharfe Wellenlänge.
Sie können verbreitert werden.
Eine Ursache sind hohe Geschwindigkeiten.
Durch den Dopplereffekt gilt näherungsweise: $\dfrac{\Delta\lambda}{\lambda}\approx\dfrac{v}{c}$
Breite Linien können daher auf sehr schnell bewegtes Gas hinweisen.
Bei aktiven galaktischen Kernen sind solche breiten Linien häufig ein Indikator für Gas in der Nähe eines Schwarzen Loches.
Die beobachtete Form mehrerer Linien lässt sich offenbar nicht gut allein durch rotierendes Gas erklären.
Die Daten passen besser, wenn zusätzlich: Elektronenstreuung berücksichtigt wird.
Photonen treffen dabei auf freie Elektronen und werden gestreut.
In einem sehr dichten ionisierten Gas passiert das wiederholt.
Dadurch verändern sich die Profile der Spektrallinien.
Genau das spricht für: eine dichte ionisierte Gashülle. ([NASA Science][1])
Ein neutrales Wasserstoffatom besteht aus:
Wird genügend Energie zugeführt, kann das Elektron entfernt werden: $H \rightarrow H^+ + e^-$
Das Gas enthält dann freie geladene Teilchen.
Ein solches Gas kann Licht:
Bei sehr hoher Dichte verändert es das beobachtete Spektrum erheblich.
Eisen besitzt eine sehr komplexe Elektronenstruktur.
Daher kann es sehr viele Übergänge zwischen verschiedenen Energieniveaus geben.
Das Ergebnis sind zahlreiche Spektrallinien.
Die Stärke und Kombination dieser Linien in GLIMPSE-17775 erfordern nach den Analysen eine sehr energiereiche zentrale Quelle.
Ein schnell akkretierendes Schwarzes Loch ist dafür eine plausible Erklärung. ([NASA Science][1])
Im Spektrum finden sich ungewöhnliche Eigenschaften der Heliumlinien.
Beobachtet wurden Hinweise auf:
Beides lässt sich mit einer starken Strahlungsquelle erklären, die von sehr dichter Materie umgeben ist. ([NASA Science][1])
Normalerweise erwartet man von einem schnell akkretierenden Schwarzen Loch starke Röntgenstrahlung.
Bei vielen Little Red Dots ist die Röntgenstrahlung jedoch erstaunlich schwach.
Das Black-Hole-Star-Modell bietet dafür eine natürliche Erklärung:
Das ist ein weiteres wichtiges Indiz für eine stark verhüllte zentrale Quelle. ([NASA Science][1])
Von innen nach aussen:
Man sollte sich diese Schichten allerdings nicht als perfekte konzentrische Kugeln vorstellen.
Die reale Geometrie kann wesentlich komplizierter sein.
Eine grosse Untersuchung von LRD-Spektren fand, dass viele Kontinuumsspektren grob einer thermischen Strahlungsquelle mit Temperaturen in der Grössenordnung von: $T\sim5000,K$ ähneln.
Einige Objekte können sogar wesentlich kühlere effektive Temperaturen zeigen.
Gerade diese sternähnliche thermische Erscheinung war ein Argument für den Begriff Black Hole Star. ([arXiv][2])
Die Sonne besitzt eine effektive Oberflächentemperatur von ungefähr: $T_\odot\approx5770,K$
Einige LRDs zeigen somit ein Spektrum, dessen äussere Strahlungstemperatur grob in derselben Grössenordnung liegt.
Aber: Das bedeutet keineswegs, dass sie sonnenähnliche Sterne sind.
Die Gesamtgrösse und Leuchtkraft können vollkommen andere Grössenordnungen besitzen.
Viele Little Red Dots zeigen eine charakteristische spektrale Energieverteilung.
Vereinfacht ergibt sich in bestimmten Darstellungen eine: V-Form.
Dabei findet man:
Eine mögliche Erklärung lautet:
Damit wäre das beobachtete Spektrum eine Überlagerung aus: $F_\mathrm{gesamt}=F_\mathrm{Galaxie}+F_\mathrm{BH^*}$
Das ist inzwischen ein wichtiger Ansatz bei der Klassifikation dieser Objekte. ([arXiv][3])
Eine Untersuchung vom Juni 2026 identifizierte 241 Kandidaten, deren optisches Spektrum zu mehr als 80 % durch ein Black-Hole-Star-artiges Modell beschrieben werden kann.
Die Kandidaten reichen ungefähr über: $z\approx1.7\ldots9.3$
Das ist interessant, weil diese Phänomene offenbar nicht ausschliesslich auf die allererste kosmische Epoche begrenzt sind. ([arXiv][3])
Für diese Kandidaten ergeben sich modellabhängig ungefähr: $M_\mathrm{BH}\sim10^4\ldots10^7,M_\odot$
Damit reicht die Population von:
Diese Werte hängen jedoch von Annahmen über die Akkretion ab und sollten nicht als direkte Massenmessung verstanden werden. ([arXiv][3])
Ein Schwarzes Loch zieht Gas gravitativ nach innen.
Die durch Akkretion entstehende Strahlung drückt jedoch Materie nach aussen.
Es entsteht ein Konkurrenzkampf: Gravitation nach innen ↔ Strahlungsdruck nach aussen
Die charakteristische maximale Leuchtkraft heisst: Eddington-Leuchtkraft und lautet für ionisiertes Wasserstoffgas näherungsweise: $L_\mathrm{Edd}=\dfrac{4\pi GMm_p c}{\sigma_T}$ mit:
Numerisch: $L_\mathrm{Edd}\approx1.26\times10^{31}\dfrac{M}{M_\odot},W$
Aus einer beobachteten Leuchtkraft kann man deshalb unter bestimmten Annahmen eine Grössenordnung für die Masse abschätzen.
Im heutigen Universum kennen wir Schwarze Löcher mit: $10^6$
bis über: $10^{10},M_\odot$
Das grosse Problem lautet:
Wie konnten die ersten supermassereichen Schwarzen Löcher so schnell entstehen?
Denn bereits wenige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall existierten sehr grosse Schwarze Löcher.
Wenn ein Schwarzes Loch mit lediglich: $10\ldots100,M_\odot$ beginnt, braucht es trotz schneller Akkretion Zeit, um Millionen oder Milliarden Sonnenmassen zu erreichen.
Erste sehr massereiche Sterne entstehen: Population-III-Stern → Kollaps → Schwarzes Loch
typischer Ausgangswert vielleicht: $10\ldots100,M_\odot$
Danach: Akkretion + Verschmelzungen → supermassereiches Schwarzes Loch
Problem: Die verfügbare Zeit könnte für einige beobachtete frühe Quasare knapp werden.
Grosse Gaswolken könnten unter bestimmten Bedingungen direkt kollabieren:
riesige Gaswolke → massereiches Schwarzes Loch
Dann beginnt das Wachstum möglicherweise bereits mit: $10^4\ldots10^6,M_\odot$
Das Zeitproblem wird dadurch erheblich kleiner.
Im Mai 2026 veröffentlichte JWST neue Ergebnisse über: Abell2744-QSO1
Dieses Objekt existierte ungefähr: 700 Millionen Jahre nach dem Urknall.
Die Analyse deutet auf ein Schwarzes Loch von ungefähr: $4\times10^7,M_\odot$
also etwa 40 Millionen Sonnenmassen hin. ([NASA Science][4])
NASA:

https://science.nasa.gov/missions/webb/nasas-webb-reveals-black-hole-that-formed-before-its-galaxy/
ESA-Bildseite:
https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2026/05/Little_Red_Dot_Abell2744-QSO1_NIRCam_Image
([NASA Science][4])
Das Objekt besitzt offenbar:
Das Verhältnis passt nicht gut zu dem gewohnten Bild moderner Galaxien.
Daraus ergibt sich die fundamentale Frage:
Was entstand zuerst – die Galaxie oder ihr supermassereiches Schwarzes Loch?
Bei QSO1 könnte das Schwarze Loch bereits sehr gross gewesen sein, bevor die umgebende Galaxie ihre spätere Masse erreichte. ([NASA Science][4])
Das traditionelle vereinfachte Schema lautet:
Gas → Sterne → Galaxie → stellare Schwarze Löcher → Wachstum → supermassereiches Schwarzes Loch
Die neuen Beobachtungen erlauben möglicherweise auch:
grosses Schwarzes Loch → Akkretion → Sternentstehung und Galaxienwachstum um das Schwarze Loch
Das Schwarze Loch wäre dann nicht nur ein spätes Nebenprodukt einer Galaxie.
Es könnte bereits früh ein wesentlicher Bestandteil ihrer Entstehung gewesen sein.
Ein mögliches Szenario:
Damit besitzt man genau die Grundstruktur eines Black Hole Star.
Das Konzept ist nicht vollständig neu.
Bereits vor JWST wurden theoretische Objekte diskutiert, die man: Quasi-Stars nennt.
Ein Quasi-Star besteht ebenfalls vereinfacht aus:
JWST könnte nun möglicherweise reale Systeme gefunden haben, die zumindest in wesentlichen Eigenschaften solchen theoretischen Konzepten ähneln.
Ein klassischer Quasar besteht aus:
Das Zentrum ist extrem hell.
Beim Black-Hole-Star-Modell befindet sich dagegen eine so dichte Gashülle darum, dass ein grosser Teil der ursprünglichen Strahlung reprozessiert wird.
Man könnte vereinfacht sagen:
Das ist eine sehr interessante Möglichkeit - eine denkbare Entwicklung wäre:
Black Hole Star → Gashülle wird dünner → aktiver Galaxienkern → Quasar
Währenddessen wächst das zentrale Schwarze Loch weiter. Damit könnten LRDs eine bisher kaum beobachtete Entwicklungsphase junger supermassereicher Schwarzer Löcher darstellen.
Das ist allerdings noch Gegenstand aktiver Forschung.
Ein aktives Schwarzes Loch beeinflusst seine Umgebung.
Es produziert:
Diese sogenannte: AGN-Feedback kann Gas:
Dadurch können Schwarzes Loch und Galaxie gemeinsam wachsen.
Die besonders auffällige Population besitzt eine starke Häufung im frühen Universum.
Eine mögliche Interpretation:
Eine 2026 veröffentlichte Suche legt allerdings nahe, dass BH*-dominierte Objekte bis deutlich spätere kosmische Zeiten vorkommen können. ([arXiv][3])
Relativ gut abgesichert ist:
Noch offen ist unter anderem:
NASA selbst betont ausdrücklich, dass alternative Erklärungen weiterhin untersucht werden. ([NASA Science][1])
Man sollte also nicht sagen:
FALSCH : JWST hat Black Hole Stars endgültig entdeckt.
Sachlich korrekter ist:
JWST hat eine Population rätselhafter „Little Red Dots“ entdeckt. Spektroskopische Beobachtungen, insbesondere von GLIMPSE-17775, liefern inzwischen starke Hinweise darauf, dass zumindest einige dieser Objekte aus schnell wachsenden Schwarzen Löchern bestehen könnten, die von extrem dichten Gashüllen umgeben sind.
Genau diese Unterscheidung zwischen: Beobachtung → Modell → Interpretation
ist hier wissenschaftlich besonders lehrreich.
Little Red Dots verbinden gleich mehrere fundamentale Fragen:
Damit sind LRDs nicht bloss eine neue Objektklasse, sondern möglicherweise ein Schlüssel zur Frühgeschichte von Galaxien und Schwarzen Löchern.
GLIMPSE-17775 im Galaxienhaufen Abell S1063
Sehr gut, um zu zeigen, wie unscheinbar ein LRD tatsächlich aussieht.
NASA:
https://science.nasa.gov/missions/webb/nasa-webb-finds-strongest-evidence-yet-for-black-hole-stars/
([NASA Science][1])
Spektrum von GLIMPSE-17775 – „Evidence of a Black Hole Star“
Besonders gut für die Erklärung der Spektroskopie und der Wasserstoff-, Helium-, Sauerstoff- und Schwefellinien.
Auf derselben NASA-Seite im Abschnitt Evidence of a 'Black Hole Star'.
([NASA Science][1])
Abell2744-QSO1 als Little Red Dot
NASA:
https://science.nasa.gov/missions/webb/nasas-webb-reveals-black-hole-that-formed-before-its-galaxy/
([NASA Science][4])
Abell2744-QSO1 – ESA-Bildseite
Besonders praktisch, weil ESA dort die Abbildung separat bereitstellt:
https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2026/05/Little_Red_Dot_Abell2744-QSO1_NIRCam_Image
([European Space Agency][5])
NASA Webb Image Gallery

Für weitere JWST-Aufnahmen:
https://science.nasa.gov/mission/webb/multimedia/images/
NASA Black-Hole-Grundlagen und Visualisierungen

Für die Erklärung von Ereignishorizont, Akkretionsscheibe und Gravitationswirkung:
https://science.nasa.gov/universe/black-holes/
ESA Webb

Viele gut beschriftete Bilder und wissenschaftliche Grafiken: https://esawebb.org/
NASA, 10. Juni 2026: GLIMPSE-17775 und stärkste bisherigen Hinweise auf das Black-Hole-Star-Modell. ([NASA Science][1])
https://science.nasa.gov/missions/webb/nasa-webb-finds-strongest-evidence-yet-for-black-hole-stars/
Nature, Januar 2026: Little Red Dots als junge supermassereiche Schwarze Löcher in dichten ionisierten Gashüllen. ([Nature][6])
https://www.nature.com/articles/s41586-025-09900-4
NASA, Mai 2026: Abell2744-QSO1 und die Frage, ob das Schwarze Loch vor seiner Galaxie entstand. ([NASA Science][4])
https://science.nasa.gov/missions/webb/nasas-webb-reveals-black-hole-that-formed-before-its-galaxy/
ESA, Mai 2026: dieselbe Untersuchung mit ausführlicher europäischer Darstellung. ([European Space Agency][7])
https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb/Webb_reveals_black_hole_that_formed_before_its_galaxy
De Graaff et al.: Little Red Dots host Black Hole Stars – detaillierte NIRSpec-Untersuchung von 116 LRDs. ([arXiv][2])
https://arxiv.org/abs/2511.21820
Weibel et al., Juni 2026: Suche nach Black-Hole-Star-dominierten LRDs; 241 Kandidaten über einen grossen Rotverschiebungsbereich. ([arXiv][3])
https://arxiv.org/abs/2606.17271
[1]: "NASA Webb Finds Strongest Evidence Yet for ‘Black Hole Stars’ - NASA Science"
[2]: "Little Red Dots host Black Hole Stars: A unified family of gas-reddened AGN revealed by JWST/NIRSpec spectroscopy"
[3]: "[2606.17271v1] Black Hole Stars Across the Universe: Identifying Central Engine Dominated Little Red Dots at $z\sim1.5-9.5$"
[4]: "NASA’s Webb Reveals Black Hole That Formed Before Its Galaxy - NASA Science"
[5]: "ESA - Little Red Dot Abell2744-QSO1 (NIRCam Image)"
[6]: "Little red dots as young supermassive black holes in dense ionized cocoons | Nature"
[7]: "ESA - Webb reveals black hole that formed before its galaxy"